Das Zi hat Frühindikatoren entwickelt, die frühzeitig auf die Gefahr für die Überlastung des Gesundheitswesens durch COVID-19 hinweisen sollen. Nachfolgend wird unsere tägliche Lageeinschätzung im Hinblick auf diese Indikatoren dargestellt. Nähere Informationen finden Sie im Methodenpapier hier.
Stand Zi-Dashboard: 27.03.2022 05:00 Uhr
Stand RKI-Meldedaten: 27.03.2022; Stand DIVI-Intensivregister: 27.03.2022; Stand Impfdaten (RKI): 25.03.2022.
Das Zi stellt auch ein Online-Tool zur Abbildung des Impffortschritts nach Impfort bereit, dieses Tool finden Sie hier.
Impfungen: Wir berichten den Anteil der deutschen Bevölkerung, der bereits (mindestens) eine Impfdosis erhalten hat.
Inzidenzprojektion: Wenn die Inzidenz sinkt (R-Wert < 1), kann berechnet werden, wann die Inzidenz ein gegebenes Niveau unterschreitet.
Reproduktionszahl R: Anzahl der Personen, die eine infizierte Person durchschnittlich mit COVID-19 infiziert. Bei R<1 sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Bei hoher Inzidenz sind auch Werte nahe 1 kritisch, da sich das Infektionsgeschehen nicht deutlich verlangsamt.
Neue Fälle je 100.000 Einwohnende in 7 Tagen: Auch als “7-Tage-Inzidenz” oder “Handlungsgrenze” bezeichnet. Wegen Meldeverzügen fehlen für einige Kreise/Bundesländer die Fallzahlen des Vortages. Fehlende Werte imputieren wir mit dem Mittelwert der vorhergehenden 6 Tage, um die 7-Tage-Inzidenz vergleichbar zu machen.
Vorwarnzeit bei R=1,3: Anzahl von Tagen bis zur Überschreitung der stationären Behandlungskapazitäten (Annahme: für zukünftige COVID-19-Fälle stehen die derzeit freien Betten sowie bereits mit COVID-19-Fällen belegte Betten zur Verfügung) ab heute, falls R=1,3 ab dem 27.03.2022. Wir berücksichtigen die aktuelle Altersstruktur der Infizierten und unterschiedliche Raten der Intensivfälle: 0.79% für Unter-60-Jährige, 7.69% für 60-bis-79-Jährige, sowie 4.97% für Über-80-Jährige. Diese Quoten wurden auf Basis der im Intensivregister gemeldeten Fälle mit Korrektur für Doppelzählungen auf Grund von Verlegungen (27%) sowie Versorgungsdaten des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung bestimmt. Ebenso wurde für Geimpfte ein um 90% reduziertes Risiko einer ITS-Behandlung angenommen. Die “effektive Vorwarnzeit” ist die Vorwarnzeit abzüglich der angenommenen Reaktionszeit von 21 Tagen, bis ergriffene neue Maßnahmen wirken. Vgl. Methodenpapier.
Dargestellt ist die Entwicklung der Anzahl der verabreichten Impfdosen und damit das “Impftempo”. Die derzeit verfügbaren Impfstoffe setzen eine zweite Impfdosis zum vollständigen Impfschutz voraus (seit dem 17.1.2021 besteht die Gesamtzahl der Impfungen also aus durchgeführten Erst- und Zweitimpfungen).
Dargestellt ist die Entwicklung der Anzahl von akut infizierten Personen in Deutschland. Angenommen wird, dass die Personen i.d.R. 8 Tage nach der gemeldeten Erkrankung nicht mehr akut infiziert sind.
Dargestellt ist die Entwicklung der COVID-19-Fälle pro 100.000 Einwohnende in den letzten sieben Tagen (auch Sieben-Tage-Inzidenz genannt), aufgeschlüsselt nach Altersgruppen.
Dargestellt ist die Entwicklung des Anteils von neu gemeldeten akut infizierten Personen im Alter ab 80 Jahren an allen gemeldeten Fällen in Deutschland. Zudem wird das Verhältnis von Todesfällen an den gemeldeten Fällen dargestellt, sowie das Verhältnis der auf der Intensivstation behandelten Fälle (ITS) an der Zahl der akut Infizierten zwei Wochen davor (es dauert etwa 14 Tage, bis eine schwere COVID-19-Infektion intensivmedizinisch behandelt werden muss). Daten für ITS-Fälle liegen erst ab Ende April vor. Die Zahl der Todesfälle ist für die letzten Wochen noch nicht aussagekräftig, da ein Todesfall meist nach schwerem und langem Krankheitsverlauf eintritt.
Dargestellt ist die Entwicklung der Reproduktionszahl R auf Ebene des Bundes. R beschreibt die mittlere Anzahl von Neu-Infektionen, die von einer Person im Laufe ihrer COVID-19-Infektion angesteckt werden. R wird aus den Meldedaten des RKI geschätzt.
Dargestellt ist die Entwicklung der Zi-Vorwarnzeit für die BRD. Die Vorwarnzeit beschreibt die voraussichtliche Zeit in Tagen bis zur vollständigen Auslastung der intensivmedizinischen Kapazitäten bei ungebremstem Pandemieverlauf.
In die Berechnung des R-Wertes gehen verschiedene Annahmen ein, da der Wert aufgrund unvollständiger Informationen zu Infektionsketten in der Regel geschätzt werden muss. Die Methodik des Zi und des RKI unterscheiden sich dabei in zwei zentralen Punkten. Das RKI betrachtet die neuen Erkrankten nach Erkrankungsdatum im Vergleich von zwei 4-Tages-Perioden und nimmt dadurch eine 4-tägige-Ansteckungsperiode an. Dabei müssen für etwa ein Drittel der Infizierten das Erkrankungsdatum geschätzt und Nachmeldungen durch das sog. Nowcasting interpoliert werden. Zusätzlich berechnet das RKI einen 7-Tage-R-Wert, bei dem vor der Betrachtung mit 4-Tages-Perioden zunächst für jeden Tag ein rollender 7-Tage-Mittelwert berechnet wird, um wochentägliche Schwankungen auszugleichen. Das Zi verwendet das Meldedatum als Infektionsbeginn und berücksichtigt eine längere Infektionsperiode, in der die meisten Ereignisse am 4. Tag auftreten, Ansteckungen aber auch später auftreten können (Gamma-Verteilung mit MW=5, SD=4). Alle Ansätze haben Vor- und Nachteile und zeigen langfristig die gleiche Tendenz an. Sowohl das Zi als auch das RKI schließen bei der Berechnung der R-Werte die Fallzahlen der letzten 4 Tage aus, da diese noch zu unverlässlich wegen Meldeverzügen sind.
Für das Zi-Dashboard führen wir Zahlen aus unterschiedlichen Quellen zusammen und erweitern sie mit eigenen Berechnungen. Eine Übersicht über die benutzten Quellen finden Sie hier.